Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Text von Lorenzo Da Ponte nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais
Dauer: ca. 3:25 h inklusive einer Pause
Sprache: In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Unser Figaro macht Ferien: In einer Villa am Meer, in der Sommerfrische, kochen die Emotionen hoch, werden alte Rechnungen beglichen und Intrigen gesponnen. Am Ende dieses „tollen Tages“ jedoch steht das Verzeihen: Wieder einmal hat die Liebe gesiegt und lässt alle zufrieden zurück: Graf und Gräfin, Figaro und Susanna, Bartolo und Marcellina – und selbst Cherubino, der zuvor alles durcheinander gewirbelt hat.
Mozarts besonderes Interesse galt dem Musiktheater, der Opera seria wie der Opera buffa. Die Trilogie der „Da-Ponte-Opern“, in den mittleren und späten 1780er Jahren auf Libretti des italienischen Theaterdichters geschrieben, hat nicht umsonst Berühmtheit erlangt. Dabei ist der Figaro, schon zu Lebzeiten ein Erfolgsstück, zum Musterbeispiel einer "musikalischen Komödie" geworden, von Vielen bewundert, von Regisseuren, Dirigenten, Sängerinnen und Sängern und nicht zuletzt dem Publikum zu einem ihrer Favoriten erhoben. Kaum einem Komponisten ist es so wie Mozart gelungen, feine und feinste seelische Regungen seiner Figuren in der Musik offenbar werden zu lassen, ganz unmittelbar, hochgradig prägnant und eindrucksvoll. Jürgen Flimms Inszenierung erweckt Mozarts komödiantisches Meisterwerk zum Leben, indem sie den Figuren Raum gibt, im entspannten Ambiente, auf dem Lande nahe beim Meer, ihre Gefühlswelten zu eröffnen, ihre Wünsche und Neigungen zu artikulieren sowie Konflikte zu schärfen und wieder zu lösen.
HANDLUNG
ERSTER AKT
Figaro freut sich über den neuen Raum, den er gemeinsam mit Susanna beziehen soll. Seine Braut macht ihn darauf aufmerksam, dass er so platziert ist, dass die Beiden rasch zu ihren Chefs gelangen können, der Graf aber auch ebenso schnell zu Susanna. Seit einiger Zeit schon stellt er ihr nach und setzt alles daran, sie für sich gewinnen. Figaro aber will die Pläne des Grafen durchkreuzen.
Nicht allein vom Grafen, sondern auch von anderer Seite droht Gefahr. Marcellina erinnert an ein Eheversprechen, dass Figaro ihr einst als Gegenleistung für ein Darlehen gegeben hatte, während der Arzt Bartolo, immer noch gekränkt von einer alten Geschichte, ihm Rache schwört. Susanna aber lässt sich von Marcellinas Auftreten nicht beeindrucken.
Der junge Cherubino schwärmt für alle Frauen im Haus. Bei Susanna bittet er um Hilfe, da der Graf ihn zum Militärdienst befohlen hat. Als der Graf das Zimmer betritt, versteckt er sich. Der Graf wiederum, der Susanna zum wiederholten Mal bedrängt hat, verbirgt sich vor dem Musiklehrer Basilio, stellt diesen aber kurz darauf wegen mutwilliger Verbreitung von Gerüchten zur Rede. Der Graf findet Cherubino, wie es bereits vor kurzem im Zimmer der Barbarina geschehen ist. Er befiehlt seine sofortige Abreise zum Regiment.
An der Spitze einer Gruppe junger Menschen erscheint Figaro, um Erlaubnis zu seiner Hochzeit mit Susanna bittend. Der Graf bestimmt, das Fest noch auf eine Weile zu verschieben, und hofft insgeheim auf Marcellina. Figaro gibt vor, Cherubino zu verabschieden, was mit großer Geste geschieht.
ZWEITER AKT
Der Graf liebe sie nicht mehr – davon ist die Gräfin überzeugt. Enttäuscht von ihrem Gatten stimmt sie dem Plan von Susanna und Figaro zu, Cherubino als Mädchen zu verkleiden, damit er als vermeintliche Susanna die Untreue des Grafen offensichtlich mache. So überführt, könne der Graf die Hochzeit nicht länger hinauszögern. Um des Grafen Eifersucht anzustacheln, hat Figaro ihm zudem einen anonymen Brief zukommen lassen, in dem von einem Rendezvous eines geheimen Verehrers der Gräfin die Rede ist.
Cherubino wird, nachdem er der Gräfin und Susanna ein Lied gesungen hat, zum Mädchen hergerichtet. Während diese Verwandlung noch im Gange ist, erscheint der Graf. Um nicht ein weiteres Mal von ihm entdeckt zu werden, wird Cherubino eilig in der Garderobe der Gräfin versteckt. Der Graf vermutet ihn aber genau dort und fordert Aufklärung von der Gräfin. Sie versucht ihm weiszumachen, dass es Susanna ist, die sich im Versteck befindet, um ihr Hochzeitskleid anzuprobieren. Der Graf aber will Gewissheit und ergreift Maßnahmen, das Schloss aufzubrechen. Er entfernt sich mit der Gräfin. In der Zwischenzeit nimmt Susanna den Platz von Cherubino ein, der Junge aber entflieht durch das geöffnete Fenster in den Garten.
Susanna überrascht den Grafen wie die Gräfin, als sie (und nicht Cherubino) aus dem Versteck hervortritt. Der Graf muss die beiden Frauen um Verzeihung bitten, beschuldigt aber den hinzutretenden Figaro, Urheber des ihm zugespielten indiskreten Briefes zu sein. Figaro beruhigt die Lage und wirbt erneut beim Grafen um seine Heirat. Der Gärtner Antonio erscheint und berichtet, dass jemand aus dem Fenster gesprungen ist. Figaro behauptet, er sei es gewesen. Beim Springen habe jedoch dieser Jemand, so Antonio, etwas verloren. Der Graf erkennt darin das Offizierspatent, das Cherubino ausgestellt worden ist. Noch einmal rettet Figaro die Situation, indem er auf das fehlende Siegel verweist. Der Graf erhält seinerseits Schützenhilfe von Marcellina, Bartolo und Basilio, die auf das besagte Eheversprechen Figaros pochen. Solange diese Angelegenheit rechtlich nicht einwandfrei geklärt sei, könne die Hochzeit von Susanna und Figaro auch nicht stattfinden.
DRITTER AKT
Der Graf reflektiert das Geschehen der vergangenen Stunden. Susanna nutzt einen Vorwand, um mit ihm zum Schein ein abendliches Treffen im Garten zu verabreden. Im bevorstehenden Prozess Marcellina versus Figaro hält sie ihren zukünftigen Bräutigam schon für den sicheren Gewinner. Der Graf will das jedoch keinesfalls zulassen.
Der Richter Don Curzio hat im Prozess Marcellina Recht gegeben: Figaro müsse die geliehene Summe zurückzahlen oder mit ihr die Ehe eingehen. Als er seine geheimnisvolle Herkunft als Findelkind enthüllt, erkennt Marcellina in ihm ihren verloren geglaubten Sohn. Zudem offenbart sich, dass Bartolo der Vater Figaros ist, so dass unverhofft eine Familie zusammengeführt wurde. Susanna, die sich zunächst über die neue Harmonie zwischen Figaro, Marcellina und Bartolo empört, wird aufgeklärt: Die beiden Paare beschließen, eine Doppelhochzeit zu feiern.
Die Gräfin trauert den glücklichen Zeiten ihrer Ehe nach, hofft aber, die Liebe des Grafen zurückerlangen zu können.
Mit Susanna aber treibt sie ihr Spiel mit dem Grafen weiter: Gemeinsam schreiben sie ihm einen Brief, der darauf abzielt, ihn im abendlichen Dunkel in den Park zu locken. Susanna würde dort auf ihn warten, in Wirklichkeit jedoch die Gräfin in den Kleidern ihrer Zofe. Der Brief wird mit einer Nadel versiegelt, die der Graf als Zeichen seines Einverständnisses Barbarina geben möge.
Barbarina bringt gemeinsam mit einigen Mädchen der Gräfin Blumen als Geschenk. Der immer noch als Frau gekleidete Cherubino befindet sich in dieser Gruppe, wird aber vom Grafen entdeckt. Um eine Wendung herbeizuführen, erinnert ihn Barbarina daran, ihr etwas versprochen zu haben. Nun bittet sie den Grafen darum, Cherubino heiraten zu dürfen. Während der Hochzeitsfeierlichkeiten steckt Susanna dem Grafen heimlich den Brief zu, dieser verspricht allen einen prächtigen Abend.
VIERTER AKT
Barbarina hat die Nadel verloren, die sie Susanna hätte zurückbringen sollen. Figaro erfährt von Barbarina über das geplante Rendezvous; er fühlt sich betrogen und wird zunehmend eifersüchtig. Figaro aber ist davon überzeugt, dass alle weiblichen Wesen untreu sind, weshalb den Männern gar nichts anderes übrig bleibe, als dagegen vorzugehen. Marcellina informiert Susanna über Figaros falsche Verdächtigungen: Sie beschließt, ihrem allzu eifersüchtigen Ehemann eine Lektion zu erteilen.
Um sowohl den Grafen als auch Figaro hinters Licht zu führen, tauschen Susanna und die Gräfin ihre Kleider. Auf der Suche nach Barbarina ist auch Cherubino in den Park gelangt. Dort trifft er auf die vermeintliche Susanna (in Wirklichkeit die Gräfin) und nähert sich ihr, wird aber vom Grafen vertrieben, der »Susanna« neuerlich umwirbt. Dass er dabei seiner eigenen Ehefrau den Hof macht, wird ihm erst später klar, als sich das Verwirrspiel mit den falschen Identitäten auflöst. Figaro hat seine Susanna im Gewand der Gräfin erkannt – sie finden zueinander. Der Graf bittet voller Reue um Pardon, die Gräfin verzeiht ihm. Zumindest für den Moment sind alle zufrieden und feiern weiter das Hochzeitsfest.
Besetzung
Musikalische Leitung: Marc Minkowski
Inszenierung: Jürgen Flimm
Mitarbeit Regie: Gudrun Hartmann
Bühne: Magdalena Gut
Kostüme: Ursula Kudrna
Licht: Olaf Freese
Einstudierung Chor: Dani Juris
Graf Almaviva: Gyula Orendt
Gräfin Almaviva: Evelin Novak
Susanna: Johanna Wallroth
Figaro: Arttu Kataja
Cherubino: Ema Nikolovska
Marcellina: Natalia Skrycka
Basilio: Florian Hoffmann
Don Curzio: Marcel Beekman
Bartolo: Matthew Rose
Antonio: Manuel Winckhler
Barbarina: Defne Celik
Staatsopernchor, Staatskapelle Berlin
Medien
Veranstaltungsort
Staatsoper Unter den Linden
Staatsoper Unter den Linden ist eines der angesehensten Opernhäuser Berlins mit einer reichen Geschichte und bedeutendem kulturellen Einfluss.
Geschichte:
Die Staatsoper Unter den Linden wurde ursprünglich zwischen 1741 und 1743 unter der Leitung des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erbaut. Sie wurde von Friedrich II. von Preußen in Auftrag gegeben und hieß zunächst Königliche Oper. Das Opernhaus hat mehrere Renovierungen und Neubauten erfahren, insbesondere nach den Schäden im Zweiten Weltkrieg. Es wurde 1984 nach einer umfassenden Renovierung wiedereröffnet.
Bau:
Das ursprüngliche Design zeichnete sich durch seinen barocken Stil aus, mit einer eleganten Fassade und einem prächtigen Eingang. Das Gebäude wurde in den 1950er und 1980er Jahren rekonsturiert und bewahrte dabei seine klassische Außenansicht, während das Innere modernisiert wurde. Die Fassade verfügt über ein klassisches Portikus mit sechs korinthischen Säulen und ein markantes zentrales Giebel.
Innenraum:
Das Innere ist bekannt für seine opulente und klassische Gestaltung. Das Auditorium ist berühmt für seine Akustik und Pracht, mit luxuriösen Samtsitzen und aufwendigen Dekorationen. Die Bühne und die Sitzbereiche wurden aktualisiert, um modernen Aufführungsstandards zu entsprechen, während die historischen Ästhetik erhalten blieb.
Konzerte und Aufführungen:
Die Staatsoper Unter den Linden bietet eine Vielzahl von Aufführungen, darunter Opern, Orchestermusik und Ballett. Sie ist die Heimat der Staatskapelle Berlin, eines der führenden Orchester Deutschlands. Das Opernhaus ist bekannt für seine hochwertigen Produktionen und seine Rolle in Berlins lebendiger Kulturszene.
JOURNEY
Die Staatsoper Unter den Linden ist aufgrund ihrer hervorragenden Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr vollständig barrierefrei erreichbar.
U-BAHN
Hausvogteiplatz (U2)
Museumsinsel (U5)
Stadtmitte (U2, U6)
Unter den Linden (U5, U6)
BUS
Staatsoper (100, 245, 300)
Unter den Linden/Friedrichstraße (100, 147, 245, 300, N6)
PARKEN
Q-PARK Parkhaus Unter den Linden/Staatsoper
Bebelplatz, 10117 Berlin
Im Parkhaus stehen fünf Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie hier.
Das unterirdische Parkhaus am Bebelplatz bietet Behindertenparkplätze und direkten Zugang zum Opernhaus. Bei der Einfahrt in das Parkhaus zwischen 17:30 Uhr und 23:30 Uhr beträgt die maximale Parkgebühr 7 €. Um diesen Tarif zu nutzen, geben Sie Ihr Parkticket an einem der Kassenautomaten ein und die Nachricht „Theatertarif“ wird auf dem Display angezeigt. Bitte beachten Sie, dass der Tarif nicht verfügbar ist, wenn Sie das Parkhaus vor 17:30 Uhr betreten, und daher nicht auf dem Display angezeigt wird. TIPP: Wenn Sie den Theatertarif vor der Veranstaltung am Automaten bezahlen, können Sie unnötiges Warten nach der Vorstellung vermeiden.
Schenken Sie jemandem eine unvergessliche Nacht in der Oper. Wählen Sie einen Geschenkgutschein und lassen Sie die Person die Vorstellung auswählen, die sie liebt – Musik, Drama und Kunst von Weltklasse in einem eleganten Erlebnis.